Ratgeber · AT-R20REV. 2026-A
Daten auf den neuen Rechner umziehen: was mitkommt und was neu muss
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Ein Programm besteht nicht nur aus dem Ordner, in dem es liegt. Es trägt Einträge in der Windows-Registrierung, Bibliotheken im Systemverzeichnis und oft eine Gerätebindung der Lizenz. Wer den Ordner kopiert, hat den Ordner. Starten wird es meistens nicht.
Windows bringt dafür etwas mit
Bevor Sie von Hand anfangen: In der App „Windows-Sicherung" gibt es eine Übertragung von PC zu PC. Der alte darf Windows 10 oder 11 sein, der neue muss Windows 11 in einer Fassung ab 2024 haben, und Sie brauchen auf beiden ein Microsoft-Konto. Damit kommen Dateien, Einstellungen, WLAN-Zugänge und gespeicherte Passwörter herüber.
Zwei Haken hat die Sache. Der Weg läuft über OneDrive, und dort sind nur 5 GB kostenlos — für eine Fotosammlung reicht das nicht. Und Programme kommen auch hier nicht mit: Sie bekommen die Liste, nicht die Installation. Genau darum geht es im nächsten Abschnitt.
Was sich kopieren lässt
Alles, was eine Datei ist: Fotos, Videos, Musik, Dokumente, Downloads, Ihr Desktop. Dazu Browser-Lesezeichen und gespeicherte Passwörter, wenn Sie im Browser angemeldet sind. Die kommen dann von selbst mit.
Ebenfalls unproblematisch: alles, was ohnehin in einer Cloud liegt. Wer OneDrive, Google Drive oder ähnliches nutzt, meldet sich am neuen Gerät an und wartet.
Was neu eingerichtet werden muss
Programme. Neu installieren, Lizenzschlüssel eingeben. Legen Sie sich vorher eine Liste an, was Sie tatsächlich benutzen. Erfahrungsgemäß ist das die Hälfte von dem, was installiert ist.
E-Mail-Konten. Bei IMAP unkritisch, bei POP3 heikel. Dazu unten mehr.
Drucker und Zubehör. Einen Netzwerkdrucker fügen Sie in den Windows-Einstellungen hinzu; zum Drucken genügt heute der Standardtreiber, den Windows selbst mitbringt. Die Software des Herstellers brauchen Sie nur für das, was darüber hinausgeht, etwa Scannen. Der beigelegte Datenträger ist ohnehin veraltet.
Zwei-Faktor-Anmeldungen. Wenn eine App auf dem alten Handy oder Rechner die Codes erzeugt, richten Sie das um, bevor das alte Gerät weg ist. Sonst sperren Sie sich aus. Was dann hilft, steht im Ratgeber „Passwort vergessen".
Die Sache mit den E-Mails
Es gibt zwei Verfahren, und der Unterschied entscheidet über den Aufwand.
Bei IMAP bleiben die Mails auf dem Server des Anbieters. Ihr Programm zeigt nur an, was dort liegt. Am neuen Rechner richten Sie das Konto ein, und der Bestand ist wieder da.
Bei POP3 holt das Programm die Mails vom Server und löscht sie dort meist. Der einzige Bestand liegt dann lokal. Wird der alte Rechner platt gemacht, sind auch die Mails weg — unwiederbringlich. Hier muss vor dem Umzug exportiert werden.
Nachsehen können Sie das in den Kontoeinstellungen Ihres Mailprogramms. Steht dort POP oder POP3, machen Sie bitte einen Haken dran und behandeln es als das Wichtigste am ganzen Umzug.
Die Reihenfolge, die Ärger erspart
Kopieren Sie nicht direkt von alt nach neu. Machen Sie den Umweg über eine externe Festplatte. Das dauert länger, hat aber einen Vorteil, der jede Minute wert ist: Nach dem Umzug haben Sie eine vollständige Sicherung in der Schublade.
Und arbeiten Sie zwei Wochen mit dem neuen Gerät, bevor Sie das alte anfassen. Was fehlt, fällt in dieser Zeit auf, und solange das Altgerät noch startet, ist alles ein Handgriff statt ein Datenrettungsfall.
Erst danach kommt das Löschen. Wie das geht, damit die Daten wirklich weg sind, steht im Ratgeber „Alter PC soll weg".
Häufige Fragen
Kann ich einfach die ganze alte Festplatte kopieren?
Die Dateien ja, das System besser nicht. Ein Klon auf andere Hardware startet durchaus manchmal, bringt aber die typischen Baustellen mit: fehlende Treiber fürs neue Mainboard, ein Umschalten zwischen BIOS- und UEFI-Start, und eine an das alte Gerät gebundene Windows-Lizenz, die danach als nicht aktiviert gilt. Dazu kommt jahrelang angesammelter Ballast. Beim Wechsel auf ein neues Gerät ist die saubere Neuinstallation der ruhigere Weg: Kopiert werden die Daten, nicht das Windows.
Wie komme ich an meine alten E-Mails?
Das hängt am Verfahren. Bei IMAP liegen die Mails auf dem Server, Sie richten das Konto neu ein und alles ist wieder da. Bei POP3 liegen sie nur lokal auf dem alten Rechner und müssen exportiert werden. Welches von beidem Sie haben, steht in den Kontoeinstellungen Ihres Mailprogramms.
Was ist mit gekaufter Software?
Die brauchen Sie neu installiert, plus den Lizenzschlüssel. Suchen Sie den heraus, solange der alte Rechner noch läuft: in den Bestellmails, im Kundenkonto des Herstellers oder mit einem Auslese-Werkzeug. Nach dem Löschen der alten Platte ist er weg.
Kann ich meine Windows-Lizenz mitnehmen?
Bei einem Rechner mit vorinstalliertem Windows nicht: Die Lizenz ist an das Gerät gebunden und bleibt dort. Eine separat gekaufte Vollversion dürfen Sie übertragen. Neue Geräte bringen Windows ohnehin mit, die Frage stellt sich also selten.
Wie lange dauert so ein Umzug?
Der reine Kopiervorgang richtet sich nach der Datenmenge und dem Weg. Über USB 3 sind ein paar hundert Gigabyte in ein bis zwei Stunden durch, über WLAN dauert dasselbe deutlich länger. Der Zeitfresser ist meist nicht das Kopieren, sondern das Wiedereinrichten von Programmen und Konten.