Ratgeber · AT-R21REV. 2026-A

Drucker kaufen: Tinte oder Laser?

Die Frage wird meistens falsch gestellt. Es gibt nicht zwei Techniken, sondern drei, und die dritte ist der Grund, warum die alte Faustregel nicht mehr trägt.

Stand:

Jahrelang galt: Wer viel druckt, nimmt Laser. Wer selten druckt, auch, weil Tinte eintrocknet. Diese Regel stammt aus der Zeit, in der jeder Tintendrucker mit Patronen arbeitete. Seit es Tanksysteme gibt, stimmt sie so nicht mehr.

Die drei Klassen

Patronendrucker. Günstig in der Anschaffung, teuer im Betrieb. Die Düsen sitzen oft in der Patrone oder direkt im Gerät und trocknen ein, wenn wochenlang nichts läuft. Für Wenigdrucker die schlechteste Wahl, und trotzdem das, was im Elektromarkt vorn steht.

Tankdrucker (EcoTank, MegaTank, Smart Tank und was die Hersteller sonst so nennen). Teurer in der Anschaffung, deutlich günstiger je Seite. Nachgefüllt wird aus Flaschen. Die Geräte sind auf lange Standzeiten ausgelegt; das Eintrocknungsproblem ist damit weitgehend entschärft, aber nicht beseitigt.

Laserdrucker. Toner ist Pulver, das trocknet nicht ein: Ein Gerät kann monatelang stehen und druckt dann sofort. Text ist gestochen scharf und wischfest. Farblaser sind teuer, und für Fotos taugt die Technik nicht.

FarbeFotosnur Textwenig druckenviel druckenTANKTANKLASERLASERPatrone: nur bei sehr geringem Bedarf und knappem Budget

Welche Frage wirklich entscheidet

Nicht „viel oder wenig", sondern: Brauchen Sie Farbe, die gut aussehen muss?

Wenn nein, also Rechnungen, Formulare, Behördenkram und Bahntickets: dann Laser. Egal ob Sie zehn oder tausend Seiten im Monat drucken. Das Gerät steht monatelang ungenutzt herum und funktioniert trotzdem, und genau das ist der Punkt.

Wenn ja, also Urlaubsfotos, Einladungen und Bastelvorlagen für die Enkel: dann ein Tankdrucker. Farblaser kosten mehr und liefern bei Fotos schlechtere Ergebnisse.

Der Patronendrucker bleibt als dritte Möglichkeit für den Fall, dass Sie wirklich nur ein paar Seiten im Jahr brauchen und nichts investieren möchten. Dann ist er die richtige Entscheidung. Man sollte nur wissen, dass er es über die Jahre nicht bleibt.

Was die Seite kostet

Der Kaufpreis ist der kleinere Teil. Interessant ist, was eine Seite kostet, und das rechnen Sie selbst aus: Preis der Patrone oder des Toners geteilt durch die angegebene Reichweite.

Die Reichweitenangaben beziehen sich auf eine Norm-Testseite mit etwa fünf Prozent Deckung. Das ist wenig. Ihre Seiten liegen darüber, oft deutlich. Als Hausnummer über alle drei Klassen hinweg: Patrone teuer, Tank günstig, Laser bei Schwarzweiß dazwischen bis günstig.

Worauf man beim Kauf sonst noch achtet

Duplex, also beidseitiger Druck. Spart Papier und nervt nicht. Kostet kaum Aufpreis, fehlt aber bei Einsteigergeräten.

Netzwerk statt nur USB. Ein Gerät im WLAN kann von allen Rechnern und vom Handy aus drucken. Ein USB-Drucker hängt an einem Rechner, und dieser muss laufen.

Kein Abo-Zwang. Manche Hersteller koppeln günstige Geräte an ein Tintenabo. Das kann rechnen, nur muss man wissen, dass man es abschließt, und dass der Drucker ohne Verbindung zum Hersteller unter Umständen weniger tut.

Verfügbarkeit des Materials in ein paar Jahren. Bei Modellen einer verbreiteten Serie ist das kein Thema, bei Sonderangeboten aus auslaufenden Baureihen schon.

Steht das neue Gerät erst einmal da und will nicht drucken, hilft der Ratgeber „Drucker druckt nicht". Die Ursache ist bei Neugeräten fast immer die Netzwerkeinrichtung.

Häufige Fragen

Trocknet Tinte wirklich ein, wenn man selten druckt?

Bei Patronendruckern ja, das ist ein reales Problem. Bei Tanksystemen deutlich weniger: Die Hersteller haben die Druckköpfe dafür ausgelegt, und der Tank hält die Tinte in größerer Menge vor. Ganz ohne Bewegung geht es trotzdem nicht. Einmal im Monat eine Farbseite genügt in der Regel.

Was kostet eine Seite tatsächlich?

Die Angabe des Herstellers bezieht sich auf eine genormte Testseite mit rund fünf Prozent Deckung, also wenig Text und kein Bild. Ihre Seiten liegen meist darüber. Rechnen Sie mit dem Doppelten der angegebenen Reichweite als Abweichung nach unten, dann kommen Sie realistischen Werten näher.

Lohnt sich ein Multifunktionsgerät?

Fast immer, weil der Aufpreis für Scanner und Kopierer gering ist und ein separates Gerät mehr Platz und einen zweiten Treiber kostet. Der Nachteil: Fällt ein Teil aus, ist meist alles betroffen.

Sind Fremdpatronen eine gute Idee?

Sie sind erlaubt und oft deutlich günstiger. Zwei Punkte sollten Sie wissen: Manche Geräte erkennen sie nach einem Firmware-Update nicht mehr, und bei einem Schaden durch fremdes Material kann der Hersteller die Garantie verweigern. Bei einem günstigen Gerät ist das verkraftbar, bei einem teuren weniger.

Warum sind manche Drucker so billig?

Weil das Geld mit dem Verbrauchsmaterial verdient wird. Ein Gerät für unter siebzig Euro kommt oft mit halb gefüllten Einsteigerpatronen, und der erste Nachkauf kostet mehr als der Drucker. Der Anschaffungspreis sagt deshalb wenig über die Gesamtkosten.

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