Ratgeber · AT-R32REV. 2026-A
Office 2021 läuft aus: was am 13. Oktober 2026 passiert

Von Benjamin ReichertNetzwerke, Hardware, Support · Fachinformatiker für Systemintegration (IHK)Stand:
Datum und Verlängerungsfrage am 05.09.2026 in der Microsoft-Lifecycle-Übersicht nachgesehen. Fristen können sich ändern; vor einer Kaufentscheidung den Stand prüfen.
Was am 13. Oktober wirklich passiert
Wenig, jedenfalls sichtbar. Ihre Programme starten weiter, Ihre Dateien lassen sich öffnen und speichern, die Lizenz bleibt gültig. Es gibt keine Sperre und keine Aktivierung, die plötzlich abläuft. Microsoft schreibt das selbst so: Die Anwendungen können weiterlaufen.
Weg fallen die Sicherheitsupdates und die technische Hilfe von Microsoft. Eine Lücke, die im November gefunden wird, bleibt in Office 2021 offen. Office ist das Programm, mit dem Sie fremde Dateien öffnen: Rechnungen, Angebote, das Formular vom Amt. Genau dort setzen Angriffe an.
Der Punkt ist also nicht der Stichtag. Der Punkt ist das halbe Jahr danach.
Welche Version steht bei Ihnen?
Bevor Sie entscheiden, sehen Sie nach. Word öffnen, oben links auf Datei, dann links unten auf Konto. Rechts stehen die Produktinformationen, dort etwa „Microsoft Office Home and Student 2021". Auf dem Mac heißt es Word > Informationen zu Word.
Betroffen sind die Kaufversionen: Home and Student, Home and Business, Professional, dazu die Mac-Fassungen. Im Betrieb gehört auch Office LTSC 2021 dazu, mit demselben Datum. Steht dort dagegen „Microsoft 365", haben Sie ein Abo. Das wird laufend aktualisiert und hat diesen Stichtag nicht.
Wer eine ältere Jahreszahl findet, 2016 oder 2019, ist schon seit Oktober 2025 ohne Updates unterwegs. Und wer Office 2024 gekauft hat, hat Ruhe bis zum 9. Oktober 2029.
Drei Wege, und für wen welcher taugt
1. Kaufversion Office 2024
Einmal zahlen, fertig, Support bis Oktober 2029. Die geradlinige Fortsetzung dessen, was Sie kennen: dieselben Programme, dieselbe Bedienung. Der Haken ist die Rechnung dahinter. In gut drei Jahren stehen Sie wieder hier, und für diese Laufzeit ist der Kaufpreis hoch.
2. LibreOffice
Kostenlos, wird gepflegt, öffnet und speichert Word- und Excel-Dateien. Für Briefe, Listen und PDFs reicht das aus, und für viele Privathaushalte ist es der vernünftigste Weg. Wo es hakt, sagen wir auch: Aufwendige Layouts verrutschen beim Austausch mit Word-Nutzern, Excel-Makros laufen nicht, und für Outlook gibt es im gleichen Paket keinen Ersatz. Thunderbird ist ein anderes Programm mit anderer Bedienung.
3. Das Abo Microsoft 365
Immer aktuell, kein Stichtag mehr, dafür eine Zahlung jeden Monat oder jedes Jahr. Wer die Programme täglich braucht, fährt damit oft am ruhigsten. Dazu eine Klarstellung: Dieses Haus verkauft Microsoft 365 nicht als Paket. Das Abo schließen Sie direkt bei Microsoft oder bei Ihrem Händler ab. Wir richten es auf den Geräten ein und ziehen die Daten um.
Was beim Wechsel mitkommt und was nicht
Ihre Dokumente bleiben. Eine docx-Datei liegt auf der Festplatte, und jede neuere Office-Fassung öffnet sie. Diese Sorge können Sie streichen.
Ihre Einstellungen nicht unbedingt. Briefkopf- und Rechnungsvorlagen, Schnellbausteine, das eigene Wörterbuch, angepasste Symbolleisten: Das liegt in Profilordnern, die beim Neuinstallieren nicht von allein mitwandern. Wer es braucht, muss es vorher wegsichern.
Der Knackpunkt ist Outlook. Die Konten müssen neu eingerichtet werden, samt Signaturen und Regeln. Entscheidend ist, wo Ihre Post liegt. Bei einem IMAP- oder Exchange-Konto liegt sie auf dem Server und kommt nach der Einrichtung von selbst zurück. Bei einem alten POP3-Konto liegt die gesamte Korrespondenz in einer lokalen Archivdatei auf genau diesem Rechner. Geht die verloren, ist sie weg. Vor dem ersten Handgriff eine Kopie ziehen.
Ein zweiter Punkt für Outlook: Die Zusammenarbeit von Office 2021 mit den Microsoft-365-Diensten ist ebenfalls nur bis zum 13. Oktober 2026 zugesagt. Abgeschaltet wird danach zunächst nichts. Zugesichert ist aber auch nichts mehr.
Im Betrieb rechnet sich das anders
Für eine Firma ist das keine Entscheidung, sondern ein kleines Projekt. Gerechnet wird nicht je Haus, sondern je Arbeitsplatz: zwölf Rechner sind zwölf Lizenzen und zwölfmal Einrichtung.
Je Platz fällt an: alte Version entfernen, neue installieren und aktivieren, Outlook-Profil mit Konten, Signaturen und Archiven wiederherstellen, Vorlagen und Netzlaufwerk-Pfade nachziehen. Dazu die Add-Ins prüfen. Der letzte Punkt kippt die meisten Projekte: Warenwirtschaft oder Steuerprogramm hängen oft an einer bestimmten Office-Version. Fragen Sie beim Hersteller Ihrer Branchensoftware nach, welche Fassung freigegeben ist, bevor Sie Lizenzen kaufen.
Häufig fällt der Umstieg mit dem Gerätewechsel zusammen, und das ist kein Zufall: Rechner aus der Zeit von Office 2021 sind heute vier oder fünf Jahre alt. Sind ohnehin neue Geräte fällig, macht man Betriebssystem, Office und Datenumzug in einem Durchgang. Wer viele Plätze hat, verteilt das nicht von Hand; dafür ist Client-Management da. Abgerechnet wird nach Aufwand, für Firmenkunden 80 € netto je Stunde.
Was Sie selbst machen können
Einiges, und wir sagen das ohne Hintergedanken. Nachsehen, welche Version auf welchem Gerät läuft: selbst machen. LibreOffice herunterladen und mit den eigenen Dateien ausprobieren: selbst machen, es lässt sich neben Office installieren. Vor jeder Installation eine Kopie des Ordners „Dokumente" auf einen Stick ziehen: selbst machen. Läuft auf einem einzelnen Rechner ohne Outlook nur Word und Excel, ist der Wechsel auf Office 2024 ein Setup-Programm und ein Produktschlüssel. Dafür braucht niemand eine Rechnung von uns.
Zu uns kommt man bei Outlook mit gewachsenem Archiv, bei Branchensoftware, die in Word oder Excel hineinschreibt, und ab etwa vier Arbeitsplätzen. Privat liegt der Satz bei 59 €je Stunde inklusive Mehrwertsteuer, meist ist es eine gute Stunde je Gerät. Alle Zahlen stehen auf der Preisseite.
Häufige Fragen
Kann ich Sicherheitsupdates dazukaufen, so wie bei Windows 10?
Nein. Für Windows 10 gibt es das ESU-Programm, für Office 2021 nicht. Microsoft hat eine Verlängerung ausdrücklich ausgeschlossen, auch gegen Geld. Wer nach dem Stichtag abgesichert sein will, muss die Version wechseln.
Ich habe Microsoft 365 — betrifft mich das?
Nein. Das Abo wird laufend aktualisiert und hat kein Ablaufdatum dieser Art. Sie erkennen es daran, dass unter „Datei > Konto" bei den Produktinformationen „Microsoft 365" steht und nicht eine Jahreszahl.
Öffnet LibreOffice meine alten Word- und Excel-Dateien?
Ja, docx, xlsx und pptx liest und schreibt LibreOffice. Sauber bleibt das bei Text und einfachen Tabellen. Bei aufwendigen Layouts und Excel-Makros gibt es Abweichungen, und die sieht meist erst der Empfänger. Testen Sie mit Ihren eigenen Dokumenten, nicht mit einem leeren Blatt.
Was ist mit Office 2019 und Office 2016?
Die sind seit Oktober 2025 durch. Wer eine dieser Versionen findet, hat dasselbe Thema wie die 2021er-Nutzer, nur seit einem Jahr.
Kann ich Office 2021 einfach weiterbenutzen?
Technisch ja, und ein Teil der Leute wird genau das tun. Wer damit nur eigene Dateien schreibt, trägt ein kleineres Risiko als jemand, der täglich Anhänge fremder Absender öffnet. Klein heißt aber nicht null, und es wächst mit jedem Monat.