Ratgeber · AT-R28REV. 2026-A
Windows 10 im Betrieb: Was der Oktober 2026 kostet
Stand: · Zahlen an der Microsoft-Dokumentation geprüft
Die Fristen zu Windows 10 wurden schon mehrfach verschoben — vor einer Bestellung den aktuellen Stand bestätigen lassen.
Sie suchen die Antwort für Ihren privaten Rechner zu Hause? Dort ist die Verlängerung kostenlos. Zum Artikel für Privatkunden →
Worum es geht
Seit dem 14. Oktober 2025 bekommt Windows 10 keine regulären Updates mehr. Die Rechner laufen weiter, aber neu entdeckte Sicherheitslücken werden nicht mehr geschlossen. Microsoft bietet als Brücke die Extended Security Updates an, kurz ESU: bezahlte Sicherheitsupdates, buchbar für höchstens drei Jahre.
Für Betriebe gilt dabei eine andere Rechnung als für Privatleute. Zu Hause ist die Verlängerung kostenlos, im Betrieb kostet sie je Gerät — und der Preis verdoppelt sich mit jedem Jahr.
Was ESU im Betrieb kostet
Microsoft ruft für das erste Jahr 61 US-Dollar je Gerät auf. Im zweiten Jahr sind es 122 US-Dollar, im dritten 244 US-Dollar. Das sind Listenpreise; abgerechnet wird über das Volumenlizenzprogramm oder einen Partner, in Euro und je nach Vertrag mit Abweichungen.
Zwei Punkte werden dabei regelmäßig übersehen. Erstens ist die Verlängerung kumulativ: Wer erst im zweiten Jahr einsteigt, zahlt das erste Jahr mit — aus 122 US-Dollar werden dann 183 US-Dollar je Gerät. Zweitens ist technischer Support nicht enthalten. Sie kaufen Sicherheitsupdates, sonst nichts.
Ein Rechenbeispiel
Ein Betrieb mit 12 Arbeitsplätzen, die alle noch auf Windows 10 laufen. Bleibt es beim jetzigen Stand, kostet allein das zweite ESU-Jahr 1.464 US-Dollar. Über drei Jahre summiert sich die Brücke auf 5.124 US-Dollar — für Updates, nicht für einen einzigen neuen Rechner.
Zum Vergleich: Ein solider Büro-Arbeitsplatz mit Windows 11 liegt in derselben Größenordnung. Genau deshalb lohnt die Rechnung, bevor die Verlängerung stillschweigend ins zweite Jahr geht.
Die drei Wege
1. Verlängern
Sinnvoll, wenn eine Fachanwendung noch nicht unter Windows 11 läuft oder ein Umstieg mitten in die Auftragsspitze fiele. Sie kaufen sich Zeit — aber teurer werdende Zeit. Voraussetzung: Die Geräte laufen auf Windows 10 Version 22H2.
2. Umstellen
Viele Geräte aus den letzten Jahren erfüllen die Anforderungen von Windows 11 und lassen sich aktualisieren. Das kostet Arbeitszeit statt Lizenzgebühr und ist bei einem gepflegten Bestand der günstigste Weg. Womit man rechnen muss: Treiber für ältere Drucker und Messgeräte, und Fachsoftware, die erst freigegeben werden muss.
3. Ersetzen
Bei Geräten, die ohnehin am Ende sind, ist der Austausch die ehrlichste Rechnung — ESU für ein sechs Jahre altes Notebook ist Geld, das zweimal ausgegeben wird. Hardware beziehen wir über offizielle, autorisierte Handelspartner; die Gewährleistung läuft über uns.
Der Sonderfall, der nichts kostet
Läuft Windows 10 bei Ihnen als virtuelle Maschine in Windows 365, Azure Virtual Desktop oder auf Azure-VMs, sind die Sicherheitsupdates ohne Aufpreis dabei. Auch Geräte, die auf einen Cloud-PC unter Windows 365 zugreifen, sind abgedeckt. Das betrifft nicht jeden — aber wer es übersieht, zahlt für etwas, das er schon hat.
Was jetzt zu tun ist
Vor jeder Entscheidung steht die Inventur, und die ist in einem kleinen Betrieb an einem Vormittag gemacht:
- Welche Geräte laufen noch auf Windows 10 — und auf welcher Version?
- Welche davon erfüllen die Anforderungen von Windows 11?
- Welche Fachanwendungen sind für Windows 11 freigegeben?
- Welche Geräte wären ohnehin in den nächsten zwölf Monaten fällig?
Danach ist die Entscheidung meist keine Grundsatzfrage mehr, sondern eine Liste: diese Geräte umstellen, jene ersetzen, für den Rest ein Jahr Verlängerung. Wir machen diese Inventur zum normalen Stundensatz von 80 € zzgl. MwSt.; die ESU-Lizenzen selbst kommen über das Volumenlizenzprogramm oder Ihren Lizenzpartner.
Wo es aufhört
Wir verkaufen Ihnen keine Verlängerung, die Sie nicht brauchen, und reden Ihnen keinen kompletten Geräteaustausch ein, wenn die Hälfte des Bestands noch drei Jahre trägt. Wenn die günstigste Antwort lautet „umstellen und dabei nichts kaufen", dann sagen wir das.