Ratgeber · AT-R17REV. 2026-A

WLAN zu Hause: Reichweite, Abbrüche und warum ein Repeater selten die Lösung ist

Im Wohnzimmer volle Balken, im Schlafzimmer nichts. Der übliche Reflex ist ein Repeater aus dem Elektromarkt. Der macht das Problem manchmal sogar größer.

Stand:

Funk verhält sich nicht wie ein Kabel. Er wird schwächer, je weiter er läuft, und was dazwischen steht, frisst ihn auf. Wenn Sie verstehen, was ihn frisst, sparen Sie sich das Geld für das falsche Gerät.

Erst messen, dann kaufen

Nehmen Sie Ihr Handy und gehen Sie durch die Wohnung. In vielen Android-Geräten zeigen die WLAN-Einstellungen die Signalstärke in dBm an; auf dem iPhone braucht es dafür eine App. Notieren Sie in jedem Raum den Wert.

Zur Einordnung: Alles bis etwa −60 dBm ist gut, ab −70 wird es zäh, unter −80 bricht die Verbindung ständig ab. Wichtig ist das Vorzeichen — −50 ist besser als −80, auch wenn die Zahl kleiner aussieht.

Prüfen Sie im selben Durchgang, ob überhaupt beide Funkbänder ankommen. Viele Router senden zwei Netze, oft mit einem Zusatz wie „5G" im Namen. Das hat nichts mit Mobilfunk zu tun.

Und ein zweiter Messpunkt, bevor Sie Geld ausgeben: einmal mit dem Rechner per Netzwerkkabel direkt am Router messen. Kommt schon dort zu wenig an, ist nicht das WLAN Ihr Problem, sondern der Anschluss — dann hilft der Ratgeber „Internet im Vogtland" weiter.

Was Funk aufhält

Nicht alle Wände sind gleich. Eine Rigipswand kostet fast nichts, eine tragende Ziegelwand merklich, und Stahlbeton ist praktisch eine Wand aus Metallgitter. Genau deshalb ist der Empfang eine Etage tiefer oft schlechter als zwei Räume weiter.

Die üblichen Verdächtigen in der Wohnung: Fußbodenheizung, große Spiegel, Aquarien, Kühlschränke, Metallregale. Wasser schluckt Funk besonders gut, weshalb ausgerechnet das Badezimmer häufig ein Loch ist.

Der Router steht fast immer falsch

Er steht dort, wo der Telefonanschluss ist. Das ist im Flur, hinter der Tür, im Schrank, unter dem Fernseher. Für Funk sind das die schlechtesten Plätze, die eine Wohnung zu bieten hat.

Ein Router sendet ungefähr kugelförmig. Steht er in einer Ecke, geht die halbe Kugel nach draußen zum Nachbarn. Steht er im Schrank, dämpft das Holz zusätzlich. Frei und möglichst mittig aufgestellt bringt oft mehr als jedes Zusatzgerät, und kostet nichts.

Repeater: was Sie dafür bezahlen

Ein einfacher Repeater hat ein Funkmodul. Damit muss er empfangen und senden, und beides gleichzeitig geht nicht. Er nimmt ein Paket entgegen, wartet, gibt es weiter. Unterm Strich bleibt etwa die Hälfte der Geschwindigkeit übrig.

Dazu kommt ein zweites Problem: Der Repeater kann nur weitergeben, was bei ihm ankommt. Wer ihn dort einsteckt, wo der Empfang schon schlecht ist, verteilt schlechten Empfang. Er gehört auf die halbe Strecke, nicht ans Ziel.

REPEATER · FUNK AUF FUNKFunkFunkrund die Hälfte kommt anZWEITER ZUGANGSPUNKT · KABELKabelFunkvolle Bandbreite bis zum letzten Raum

Was stattdessen trägt

Ein zweiter Zugangspunkt am Kabel. Wenn irgendwie eine Netzwerkleitung in den entfernten Raum kommt, ist die Sache erledigt. Dort hängt ein zweites Gerät, das dieselbe Kennung sendet, und das Handy wechselt beim Durchgehen automatisch.

Dafür muss es kein neues Gerät sein. Der alte Router, der nach dem Anbieterwechsel in der Schublade liegt, lässt sich bei den gängigen Modellen als zweiter Zugangspunkt einrichten. Schauen Sie erst dort nach, bevor Sie etwas kaufen.

Mesh, wenn kein Kabel geht. Mehrere Geräte, die sich abstimmen. Besser als ein Repeater, weil sie das Endgerät gezielt übergeben und oft ein eigenes Funkband für die Verbindung untereinander reservieren.

Powerline als Notlösung. Netzwerk über die Stromleitung. Kann gut gehen, kann auch enttäuschen. Das hängt an Ihrer Hausverkabelung und lässt sich vorher nicht sicher sagen.

Wenn es nicht die Reichweite ist

Bricht die Verbindung auch direkt neben dem Router ab, liegt es woanders. Häufig ist es der Funkkanal: Im Mehrfamilienhaus liegen viele Netze übereinander, und Ihr Router hat sich beim letzten Start einen belegten Kanal ausgesucht.

Den Router zwei Minuten stromlos zu machen ist die grobe Variante, weil er sich beim Start neu entscheidet. Genauer geht es in seiner eigenen Oberfläche: Die gängigen Modelle zeigen dort, welche Kanäle die Nachbarn belegen, und lassen den eigenen fest einstellen. Das ist die Stelle, an der ein Blick mehr bringt als ein Neukauf.

Bricht dagegen alles gleichzeitig ab, auch am Kabel, ist es nicht das WLAN, sondern die Leitung. Dann hilft nur der Anbieter. Wie Sie das auseinanderhalten, steht weiter oben: Handy über Mobilfunk gegenprüfen.

Wann Sie uns rufen sollten

Wenn Sie schon zwei Geräte gekauft haben und es immer noch nicht läuft. Wir messen die Fläche aus, statt zu raten, und sagen Ihnen auch, wenn ein Gerät reicht, das Sie schon haben. Was der Einsatz kostet, steht vorher fest, die Sätze finden Sie im Preisblatt.

Für Betriebe mit Halle, Lager oder Werkstatt gelten andere Regeln. Warum Funk dort abreißt und was eine Ausleuchtung anders macht, steht im Ratgeber „WLAN, das auch in der Werkhalle trägt".

Häufige Fragen

Bringt ein teurerer Router mehr Reichweite?

Meistens nicht so viel, wie der Preis vermuten lässt. Die Sendeleistung ist gesetzlich gedeckelt, und daran hält sich auch das teure Gerät. Was bessere Router können: mehr Geräte gleichzeitig bedienen und geschickter zwischen den Funkbändern wechseln. Gegen eine Stahlbetondecke hilft das nicht.

Was ist der Unterschied zwischen Repeater und Mesh?

Ein Repeater empfängt das Signal und sendet es weiter, und zwar über dasselbe Funkmodul, weshalb sich die Geschwindigkeit halbiert. Ein Mesh-System besteht aus mehreren Geräten, die sich untereinander abstimmen und das Endgerät automatisch an den nächstbesten Punkt übergeben. Am besten arbeitet Mesh, wenn die Punkte per Kabel verbunden sind.

Kann ich das Kabel durch die Steckdose schicken?

Powerline funktioniert, ist aber launisch. Es hängt an der Hausverkabelung: Alte Leitungen, Zwischenzähler oder eine andere Phase im Sicherungskasten drücken das Tempo stark. Im Altbau lohnt ein Test, im Neubau mit sauber getrennten Stromkreisen ist es oft enttäuschend. Ein richtiges Netzwerkkabel schlägt Powerline immer.

Warum ist mein WLAN abends langsamer?

Weil dann alle funken. Die 2,4-GHz-Frequenz teilen sich WLAN, Bluetooth, Babyfone und Mikrowellen, und in einem Mehrfamilienhaus liegen leicht zwanzig Netze übereinander. Der 5-GHz-Bereich ist deutlich leerer, kommt dafür schlechter durch Wände.

Muss ich mein WLAN-Passwort regelmäßig ändern?

Nein. Ein langes Passwort mit aktueller Verschlüsselung ist besser als ein kurzes, das alle drei Monate wechselt. Ändern sollten Sie es, wenn es jemand kennt, der es nicht mehr kennen soll: nach dem Handwerkerbesuch oder wenn es lange am Kühlschrank hing.

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